Gemeindepädagogische Arbeit
Evangelisch - Lutherischer Kirchenkreis
Bad Salzungen Dermbach
Konzeption
der Arbeit mit Kindern und Familien
des Evangelisch - Lutherischen Kirchenkreises Bad Salzungen/ Dermbach
1. Präambel
Evangelische Arbeit mit Kindern und Familien ist im Auftrag Jesu Christi begründet.
Wir verkündigen das Evangelium in Wort und Tat.
Wir vermitteln ethisch - moralische Grundwerte auf christlicher Basis.
In der von gesellschaftlichen, sozialstaatlichen und kirchlichen Umbrüchen geprägten Zeit kommt dieser Arbeit hohe Priorität zu.
Kinder und Familien haben mit ihren Bedürfnissen und Problemen in der Gemeinde einen festen Platz.
Evangelische Arbeit mit Kindern und Familien ist eine grundsätzliche Aufgabe der EKM.
Im Leitbild unseres Kirchenkreises ist sie fest verankert.
2. Soziale Problemlagen und Bedürfnisse von Kindern und Familien,
sowie Chancen für die kirchliche Arbeit
2.1. Soziale Problemlagen
Der Arbeitsrhythmus der Eltern, Verpflichtungen in Vereinen und Traditionen, eine expansive Freizeitgestaltung, starker Leistungsdruck von Schule auf Kinder und Eltern und die vielfältige Förderung der Kinder stellen hohe Anforderungen an das Management von Familien.
In der vorwiegend ländlichen Struktur unseres Kirchenkreises wird dies zusätzlich durch weite Wege erschwert.
Durch gesunkene Geburtenzahlen kommt es zur Kindervereinzelung in Familien und Orten.
Sich selbst überlassene Kinder verbringen viel Zeit am PC, TV und mit „ein- Mann- Spielen“.
Die soziale Herkunft stellt frühzeitig Weichen.
Die Kluft zwischen gesellschaftlichen Schichten wächst sowohl im materiellen als auch im kulturell – geistigen Bereich.
Arbeitsüberlastung oder Nöte durch Arbeitslosigkeit nehmen vielen Eltern Kraft und Zeit,
ihre Kinder wirklich zu begleiten.
Partnerschaftsprobleme der Eltern übertragen sich auf die Kinder (Scheidung, Patchworkfamilien, überforderte Alleinerziehende).
Die daraus resultierenden Probleme zeigen sich in zunehmend auffälligem Verhalten von Kindern („unerzogene“ Kinder/ überbehütete Kinder/ gestresste Kinder).
Eltern sind oft selbst Suchende bei Fragen des christlichen Glaubens.
Zunehmend fehlt die Verankerung in Traditionen, Werten und im Glaubensleben.
Die kirchlichen Angebote sind zusätzliche Termine für die Freizeitgestaltung von Kindern und Familien.
2.2. Bedürfnisse von Kindern und Familien
Kinder und Familien brauchen verlässliche Gemeinschaft, in der sie Geborgenheit, Sicherheit und Vertrauen erfahren können.
Sie benötigen geschützte Räume, um sich auszuprobieren und sich mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen.
Angebote im Wohnort sind erwünscht, um zusätzlichen Stress zu vermeiden.
Kinder und Familien brauchen eigene Formen und Rituale für ihr Glaubensleben.
Sie benötigen gemeinsame Erlebnisse, die alle Sinne ansprechen und in die sie durch eigene Aktivität lebendig einbezogen sind. („selbermachen, mitmachen“)
Gesprächsmöglichkeiten über Konflikte in unterschiedlichen Lebensbereichen (Schule/Lehrer// zwischen Kindern) sind für Eltern und Kinder sehr wichtig. Dafür sind Zeit, offenes Zuhören und das Wahrnehmen der Personen von hoher Bedeutung.
Eltern brauchen Gespräch und Beratung in Erziehungsfragen, auch im Blick auf die christliche Erziehung.
2.3. Chancen für die kirchliche Arbeit mit Kindern und Familien
Viele Familien nehmen gern die Angebote der Gemeinden wahr,
die Hoffnung, Glauben und Wissen vermitteln.
Dabei werden die kirchlichen Angebote im eigenen Wohnort besonders angenommen.
Bei Projekten und klar definierten Aufgaben besteht eine relativ hohe Bereitschaft, sich einzubringen.
Eltern lassen sich einbeziehen, wenn Kinder gabenorientiert gefördert und gefordert werden.
Niederschwellige Angebote der Kirche bringen Familien unterschiedlicher sozialer Schichten und aller Altersgruppen zusammen. Dies wird begünstigt, wo der Zusammenhalt in Großfamilien noch vorhanden ist. (Großeltern!, Eltern, Kinder)
Die meisten Gemeinden des Kirchenkreises verfügen über Platz zum Spielen im Freien.
3. Ziele
Die Lebenswelt von Kindern und Familien unterliegt ständiger Veränderung.
Um unserem Anspruch einer sinnvollen kirchlichen Arbeit mit Kindern und Familien gerecht zu werden, halten wir es für notwendig, die vorliegende Konzeption in Abständen von 5 Jahren zu überprüfen und zu aktualisieren.
Jede Gemeinde schafft Angebote und Strukturen, um die selbstverständliche Verpflichtung
zur Arbeit mit Kindern und Familien regelmäßig mit Leben zu füllen.
Ein besonderer Schwerpunkt ist die Weiterbegleitung nach der Taufe.
Gemeindepädagogische Arbeit muss in den Orten des Kirchenkreises präsent sein.
Deshalb ist die Gewinnung und Zurüstung von Ehrenamtlichen wichtig.
Eltern und Familien werden über klar definierte und angemessene Aufgaben in diese Arbeit der Ortsgemeinden einbezogen.
Die örtlichen kirchlichen Traditionen werden gepflegt und belebt.
Die Begegnung der Generationen und sozialen Schichten wird gefördert.
Durch gabenorientiertes Arbeiten werden Kindern Chancen zum Wachsen im geistlichen und sozialen Bereich eröffnet.
Die kirchliche Arbeit mit Kindern und Familien muss auf hohem pädagogischem Niveau mit klaren Strukturen und Regeln durchgeführt werden.
Der Umgang mit Konflikten und Problemen wird eingeübt.
Eltern werden Veranstaltungen zu aktuellen Erziehungsthemen angeboten.
4. Leistungen und Angebote
4.1. Wie arbeiten die Kirchengemeinden?
Die Gemeindekirchenräte tragen Verantwortung für das geistliche Leben aller Altersgruppen in den einzelnen Ortsgemeinden.
Diese Verantwortung wird in der Zusammenarbeit mit den Hauptamtlichen (Pfarrer/MA) und Ehrenamtlichen im Kirchenkreis wahrgenommen.
Dies geschieht besonders durch folgende Gremien: Katechetischer Arbeitskreis, Pfarrkonvent und Kinder – und Jugendausschuss der Kreissynode.
Um die kirchliche Arbeit mit Kindern und Familien bekannt zu machen, werden die örtliche Presse und andere regionale Werbeträger genutzt.
Evangelische Arbeit mit Kindern und Familien pflegt den Kontakt zu Kindergärten und Schulen.
4.2.Angebote:
a) Arbeit in einzelnen Orten, je nach Möglichkeit und Prägung der einzelnen Gemeinden
Christenlehre,
Vorschulkreise,
Eltern – Kind – Kreise, Kleinkindertreffen,
Kindernachmittage, Familiennachmittage,
Kindergottesdienste in unterschiedlicher Form,
Familiengottesdienste, Gemeindefeste, Seniorenkreise mit Kindern gemeinsam...
musikalisch geprägte Angebote (Chor, Flöten, Singkreise),
Einheiten in Gruppen der Kindergärten,
Projektarbeit, (Ausflüge, Lesenächte, u.a.)
Freizeiten/Rüstzeiten
Angebote speziell für Eltern:
Elternabende,
regelmäßig und besonders vor„Schnittstellen“ (Taufe / Einschulung/ Konfirmation)
Familientage, Familienfreizeiten
b) Arbeit im Kirchenkreis
Kindercamp
Gemeindepäd. Tag mit Ehrenamtlichen (2xjährlich) für den Kirchenkreis
Regelmäßiger Jahresbericht
Kreisdiakoniestelle:
Beratung und Vermittlung von Mütter-, Mutter-/Vater-Kind-Kuren,
sowie Nachsorgeangebote dazu, Allgemeine Sozial- und Lebensberatung,
Beantragung von finanziellen Hilfen, hier insbesondere für Familien,
Alleinerziehende, Schwangere oder auch finanzielle Unterstützung
Beantragung von finanziellen Hilfen, hier insbesondere für Familien,
Alleinerziehende, Schwangere oder auch finanzielle Unterstützung
von Freizeitangeboten für Kinder (z.B. "Kindern Urlaub schenken")
Elternkurse "Starke Eltern - Starke Kinder", Elternabende
Elternkurse "Starke Eltern - Starke Kinder", Elternabende
c) Kindergärten in kirchlicher, diakonischer und freier Trägerschaft mit christlichem Ansatz in einigen Orten (Dermbach, Möhra, Bad Salzungen, Wernshausen, Breitungen)
5. Sicherung der Ressourcen
5.1. Qualitätssicherung der Arbeit
Adäquate Ausbildung der hauptamtlichen MA
„Arbeit mit Kindern und Familien“ ist ein Schwerpunktthema im Pfarrkonvent
Weiterentwicklung der Konzeption
Strukturausschuss Kreissynode achtet auf sinnvolle Zuordnung der MA-Stellen zu Gemeinden
5.2. Finanzen
Für die Grundsicherung der Gehälter ist die Kreissynode nach Maßgabe der Landeskirche zuständig.
Die Ortsgemeinden haben entsprechende Posten in den Haushaltsplänen.
Die GKR und die Kreissynode haben die Pflicht, hauptamtl. MA bei der Beratung der entsprechenden Posten der Haushaltspläne heranzuziehen. Die hauptamtl. MA sind gehalten, sich an dieser Stelle aktiv mit ihrer Sachkompetenz einzubringen.
Darüber hinaus sollten nach Möglichkeit verschiedene Zuschüsse in Anspruch genommen werden. z.B.: Landkreis, Land Thüringen, Bundesmittel, EU – Förderung, Arbeitsamt, Landesstelle für Jugendarbeit EKM, Spenden, Kollekten und Stiftungen, Kommunalgemeinden.
5.3. Äußere Arbeitsbedingungen
- Zugänglichkeit von kirchlichen Räumen für die Arbeit mit Kindern und Familien
(eigener Schlüssel hauptamtl. MA)
- Sicherung eines Grundstandards: WC, Heizung, Beleuchtung, Wasser,
passende Möblierung, ausreichend Platz, regelmäßige Grundreinigung.
- Sicherung der Grundmittel: Bastelmaterial, Liederbücher, Bibeln, usw.
- Benutzung der pfarramtl. Bürotechnik durch hauptamtl. MA
- Finanzielle Unterstützung der hauptamtlichen MA
für Anschaffungen einer angemessenen Ausstattung (PC/Drucker u.ä.)
- Börse entwickelter Großmedien und anderer Materialien (im Internet und auf Liste)
5.4. Personalentwicklung
- Regelmäßige Zusammenkünfte in den Konventen
- MA Jahresgespräche mit Superintendenten
- Angebot von Supervision
- Entsprechende Fort – und Weiterbildung der Haupt- und Ehrenamtlichen MA
- Begleitung der Ehrenamtlichen MA durch die Hauptamtlichen MA
Überarbeitung des Konzeptes von 2006 durch den Katechetischen Arbeitskreis des Kirchenkreises Bad Salzungen / Dermbach
Teilnehmer Kleingruppe Konzept 2010: Doris Gerhardt, Monika Bloch, Melitta Ißbrücker, Eva M. Brüderle
Eva Maria Brüderle, Katechetische Fachberaterin Untertor 13 / 98634 Kaltenwestheim
Tel: 036946/20787 Fax: 036946/29066 E-mail: dienst.evambruederle@web.de
Das Konzept wurde von der Kreissynode am 18.02.2011 bestätigt.














