Evanglisch - Lutherische Kirchgemeinde Völkershausen
mit Martinroda, Mariengart, Willmanns und Wölferbütt
Pfarrer Heinz-Jürgen Bernst
Kirchplatz 2
Tel./Fax: (036962) 25935
E-Mail:Pfarramt Voelkershausen
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Kirchspiel St. Michael in Völkershausen
Kirchgemeinden sind Gemeinschaften von Christen, die ihr Leben in der Nachfolge Jesu gestalten, der ihnen mit seinen Worten:" Gehet zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jügern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt."
Das Kirchspiel Völkershausen hat 1275 Gemeindeglieder. Neben der 1992 erbauten Michaeliskirche und des Pfarrhauses mit den Gemeinderäumen in Völkershausen stehen ein Gemeinderaum in der ehemaligen Schule in Wölferbütt und die Klosterruine in Mariengart für gemeindliche Aktivitäten zur Verfügung. Der Friedhof in Völkershausen wird durch die Kirchgemeinde verwaltet.
Völkershausen wird erstmals in einer Urkunde vom 6. Dezember 1214 erwähnt. Der "stein -und wasserreiche" Ort Völkershausen lieg zwischen 300m und 450m über dem Meersspiegel am östlichen Abhang des Öchsen - und Dietrichsberg in der Vorderröhn und hat 1225 Einwohner.
Völkershausen liegt geschützt in einer Mulde unterhalb des Öchsenberges. Die Kuppe des (628,7 m über N.N.), ist mit einem kleinen Steinwall befestigt.

Völkershausen hieß früher Wuolfricheshusen. Vor 2.000 Jahren oder noch früher, war hier die Grenze der Kelten. Diese hatten auf dem Öchsenberg eine gewaltige Steinburg (Ringwall 300 m im Durchmesser) errichtet, nebst gestaffelten Vorbefestigungen an den steilen Abhängen, die heute noch zum Teil zu sehen sind. Zum Gericht Völkershausen gehören Poppenberg, Hedwigsberg, Busenberg, Friedrichsberg, schubenrot, Lutterrshof, Martinroda, Willmanns, Wölferbütt, Steinfed, Masbach, rodenberg und zinspflichtige Güter in Niederöchsen und Laßländereien bei räsa. Mariengart kam später hinzu. Die Dynastie der von Völkershausen bestand vor 1386 bis 1706, wo der letzte von Völkershausen starb. 1386 bis 1706, wo der Heinrich von Henneberg den Ritter Axel von Reckenrode und seine Brüder Hans und Fritz zu seinen Erbamtleuten zu Völkershausen und belehnt sie und ihre Söhne und Töchter zu rechten und erblichen Lehen mit dem Schloß Völkershausen, samt Dörfern und Gerichten, Gewalt und Gewohnheiten, Renten, Güter, Zinsen, Wassern Äckern, Wiesen, Weiden,überhaupt allen Zugeörigen, ausgenommen die geistigen Lehen, die Mannlehn die zum Schloß gehören und die Wildbahn welche um das Schloß liegt.
Die Kirchgemeinde Völkershausen hat eine Jahrhunderte alte Geschichte. Wenn man vom Jahr 827 ausgeht, begann spätestens zu dieser Zeit kirchliches Leben. Vermutlich steht heute auf historischem Boden das dritte Gotteshaus, welches am 29. November 1992 eingeweiht werden konnte. Die vorherige St. Annenkirche wurde von 1717 bis 1720 erbaut und 1989 durch den Gebirgsschlag am 13. März schwer zerstört.
In einer Urkunde von 1376 wird die Pfarrei Völkershausen an Pfarrer Dietrich Hesse übertragen. Pfr. Valentin Ottwald 1600 - 1617 begann die Personenstandsbücher ab 1600, die bis in die heutige Zeit fast lückenlos erhalten sind, Pfr. Konrad Limburg 1617 - 1635, Pfr. Georg Franz Büff 1811 - 1869 (ihm verdankt die Kirchgemeinde umfangreiche Angaben zur Kirchen - und Ortsgeschichte), Pfr. Karl Hahn 1869 - 1881 (in seine Amtszeit fällt die Pflanzung der Friedenslinde 1871), Pfr. Reinhard Süpke 1986 - 1997 (in seine Amtszeit fällt der Neubau des Pfarrhauses und der St.Michaelskirche 1992.
Wie viel benachbarte Adelsgeschlechter bemühten sich im 16. Jh. auch die Herren von Völkershausen um die Aufnahme von "Schutzjuden". 1910 zog der letzte jüdische Bürger - Meier Baumgart - nach Vacha.
Bekannte Persönlichkeiten des Ortes waren Friedrich Reichhardt (Oberlehrer bis 1930, nach ihm wurde eine Straße in Völkershausen benannt. Ihm verdankt der Ort den Bau der jetzigen Schule im Jahre 1912. Auch ein Künstler, Ricardo Dölker weilte von 1869 bis 1955 in Völkershausen - Kohlgraben. Er war Batikmeister und schuf einige Kunstwerke.
Der Ort Wölferbütt trug erst den Namen Steinfeld. Als aber nach dem dreißigjährigen Krieg die Felder der Röhn nichts Eßbares mehr hergaben, trauten sich sogar die Wölfe in Dorfnähe. Einer von ihnen meinte etwas in einer geböttcherten Tonne zu finden. Dabei blieb er allerdings mit dem Kopf in der "Bütt" stecken. Die Bewohner kamen mit Knüppeln gelaufen und gerbten dem Isegrimm gehörig das Fell. Zum Andenken an diesen Begebenheit nahmen sie einen lustigen Wolfkopf in ihr Wappen.
Wölferbütt hat 465 Einwohner und liegt am Fuße des Dietrichberges. Hier in Wölferbütt lebte der bekannte Heimatdichter August Herbert, der am 1. 12. 1851 geboren wurde. Die Hauptstraße des Ortes ist nach ihm benannt.
Hier ein Sinnspruch des Dichters: " Bär anner Liet enger sich schengt on dreckt, als Straber nooch ube sich kremmt on beckt, bär nabet sich schee tott on foalsch es dobei, där konn nie Komerod on Friend net gesei."
Mariengart ist ein Ortsteil von Wölferbütt. In ihm leben heute ca. 70 Einwohner. In einem anmutigen Wiesental, das von Bergkuppen der Vorderröhn behütet und beschützt wird, liegt zwischen Mieswaets und Gehaus der Wölferbütter Ortsteil Mieswarts. Der Name kündet von Servitenmönchen, die in dieser Einsamkeit ein Kloster zu Ehren der Jungfrau Maria erbauten. Die Gründung fällt in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts. Ritter Heinrich von Heringen legte im Jahre 1339 den Grund für diese Mönchssiedlung. Er schenkte seine Besitzungen in Schalkislohe zur Gründung des Klosters und wurde damit der Stifter von Mariengart. Das Kloster erhielt den Namen " Hortus beatae Mariae virginis", Garten der seligen Jungfrau Maria, kurz Mariengart. Im Jahre 1370 zogen die meisten Klosterbrüder nach Vacha, um dort ein neues Domizil zu gründen. Doch das Kloster in Mariengart verwaiste nicht ganz. Es blieben zur Bewirtschaftung einige der Insassen dort.

Der Bauernkrieg 1525 brachte dem stillen " Hortus Mariae" in der Waldeinsamkeit der Rhön das Ende. Das zugehörige Land ging an den Lehensherren, die Abtei Hersfeld, zurück. Abt Krato belehnte den hessischen Landhofmeister Ludwig von Boyneburg zu Lengsfeld mit dem Kostergut. Durch Heirat kommt es im 17. Jh. an das Geschlecht von Buttlar. Johann Fiedrich von Buttlar ließ nach dem Tode seiner Gemahlin Kunigunde von Boyneburg das bis auf das Mauerwerk zerstörte und verfallene Gotteshaus wieder aufbauen und begrub seine Gattin in dieser Kirche.
1704 brannte die bis dahin gut besuchte Kirche in Mariengart völlig aus. Sie sollte wieder aufgebaut werden, doch der plörtzliche Tod des Johann Christoph und Streitigkeiten mit dem hessischen Landgrafen verhinderten dieses Vorhaben. So ist sie bis zum heutigen Tage eine malerische Ruine geblieben, in welcher in den Sommermonaten Gottesdienste gefeiert werden.
Martinroda in ca. 350m Höhe gelegen, ist ein schmuckes Dörfchen ca. 1 km von Völkershausen entfernt. Die Entstehungsgeschichte des Ortes bleibt vorläufig eine unerwiesene Legende. Es wird von 2 sagenumwogenen Klöstern erzählt, in deren Mauern einst ein Mönch namens Martin und roden ist folglich der Ortsname Martinroda entstanden. Markierte Wanderwege führen zur Hohen Warth, zum Baier bis nach Dermbach oder über Menzengraben nach Stadtlengsfeld.

Begibt man sich von Vacha in Richtung Oechsen, so fällt einem das harmonische Ensemble der neu erbauten Kirche und des Pfarrhauses von Völkershausen in das Blickfeld. An gleicher Stelle steht nunmehr die dritte Kirche. Ihre Vorgängerin, die alte Sankt Annenkirche, welche 1717 - 1720 erbaut war, wurde am 13. März 1989 durch einen Gebirgsschlag schwer beschädigt, so daß ein Abriß unumgänglich war.
Lenkt man seine Schritte über den geschmackvoll gestalteten Kirchplatz in das Innere der 1992 neu erbauten Michaelis - Kirche, so kann man trotz des Neubaus einige Elemente aus fräheren Jahrhunderten erblicken. So steht ein lebensgroßes Ritterstandbild im Eingangsbereich. Es stellt Junker Christian von Völkershausen, den ehemaligen Gerichtsherrn und Patron der Völkershäuser Kirche dar, welcher von 1543 - 1608 in Völkershausen lebte.
Der Stein stand bis 1784 außerhalb der Kirche und wurde dann auf Befehl des Landgrafen von Hessen an die Westseite im Kirchenschiff der alten Sankt Annenkirche gebaut. Den Mittelpunkt der Kirche bildet der Altar, dessn Platte noch aus der ersten Kirche des frühen 14. Jahrhundert stammt.
Ebenso konnte der in ursprünglichen Farben restaurierte Taufstein von 1630 in die neue Kirche mit einbezogen werden.
Auf zwei Sockelsteinen, die früher Säulen der Empore trugen, stehen jetzt Blumenschmuck sowie eine Holzplastik aus dem 14. Jahrhundert, die den gekreuzigten Christus auf dem Schoß seines Vaters darstellt. Die farbigen Fenster stellen den Kampf der guten Mächte gegen das Böse dar.
Über dem Eingang auf einer Empore befindet sich die Orgel. keine Farben, sondern naturbelassenes Laubwerk, welches stilistisch mit dem Taufstein abgestimmt ist, zieren das Orgelprospekt. Das schlanke, fast neun Meter hohe Instrument paßt sich in den Turm der Kirche ein. Man kann es als ein hervorragen gelungenes Werk bezeichnen. Auch die drei Glocken, die aus dem Jahre 1921 stammen, sind aus der alten Kirche.
Im Pfarrhaus Völkershausen befindet sich das Archiv der Thüringer Hauptgruppe des Gustav - Adolf - Werkes in Deutschland. Gern beantwortet der Gemeindepfarrer bzw. der Vorsitzende des Gustav - Adolf - Werkes Thüringen, Prof. Dr. Leppin / Jena. Fragen zu diesem ältesten Hilfswerk der Evangelischen Kirche.
" Ich will Anwalt der Schwachen sein, für Minderheiten eintreten und Glaubensfreiheit schützen." Diesem Lebensmotto Gustav II. Adolfs weiß sich das nach ihm benannte Diasporawerk der Evangelischen Kirche verpflichtet.
Es wurde 1832 in Leipzig ins Leben gerufen. Es ist in Lateinamerika und Europa für Menschen tätig, die als Evangeliche Christen in der Minderheit leben.
Das Gustav - Adolf - Werk hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Menschen zu helfen, ihre geistliche, materielle und kulturelle Existenz zu sichern und es ihnen zu ermöglichen, nach ihrem Bekenntnis zu leben.
Die Arbeit wurde unter den Leitspruch nach Galater 6.10 gestellt:
LASSET UNS GUTES TUN AN ALLEN MENSCHEN, BESONDERS ABER AN DENEN, DIE MIT UNS IM GLAUBEN VERBUNDEN SIND.
Partnerkirchen in den jeweilligen Ländern entscheiden, wo Hilfe am notwendigsten ist, und wenden sich an das Gustav - Adolf - Werk. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter / Innen, die hauptgruppen und frauengruppen des GAW sorgen dafür, daß mit Hilfe von Spenden, Kollekten und sammlungen die finanziellen Mittel bereitstellt werden.
Spenden können auf das Konto des GAW Thüringen bei der EKK Eisenach eingezahlt werden
KONTO : 0008001618
BLZ : 82060800










