Evanglisch - Lutherische Kirchgemeinde Vacha und Oberzella
Pastorin Iris Brendler und Pfarrer Michael Brendler
Kirchplatz 6
36404 Vacha
Tel./Fax: (036962) 53450 und 24301
E-Mail: ev.kirchgemeinde-vacha@t-online.de


Gottesdienst
Sonntags 09.00 Uhr
Oberzella feierte im August 2003 das 100-jährige Jubiläum seines Gotteshauses.
Das Dorf Celle selbst mit seinen Besitzungen zählte zur Grundausstattung -
also zur ersten überlieferten Schenkung — an das neu gegründete Nonnenkloster Kreuzberg (heute Philippsthal).
Kreuzberg entstand als Tochterkloster von Hersfeld.
Der Name Celle weist vielleicht auf eine hier ursprünglich existierende Mönchszelle, welche
von der Abtei Hersfeld oder Fulda ausgegangen sein durfte. Ob dieser Platz Ober- oder
Unterzella war, lässt sich schwer entscheiden. Die geschütztere Lage vor den
Werrahochwässern spräche für Oberzella, die Mühle eher für Unterzella.
Die Martinstraße — ehemals Märtinsgasse — in Oberzella ist ein
wichtiger Hinweis darauf.
Ob Oberzella bereits im Mittelalter ein Gotteshaus besessen hat, ist nicht zu beweisen.
Angeblich soll im 14. Jahrhundert die älteste Kirche verfallen sein. Eine eigenständige
Pfarrei kann man aber mit größter Wahrscheinlichkeit ausschließen. Sonst wären in der
Überlieferung des nahen Klosters Kreuzberg (heute Philippsthal) bzw. der Stadt Vacha sicher
Hinweise zu finden.
Die sich ab 1525 hier durchsetzende Reformation brachte große Umbrüche für die
kirchlichen Verwaltungsstrukturen. Der alte Sedesort (kirchlicher Verwaltungsbezirk) Vacha
wurde zum Sitz der hessischen Klasse Vacha mit den Pfarreien: Ausbach, Frauensee,
Friedewald, Heringen, Öchsen, Pferdsdorf, Sünna, Vacha und Völkershausen. Ausgespart
blieb der aus dem Klosterterritorium Kreuzberg entstandene Pfarrbezirk. Zu diesem gehörten
auch Oberzella und die umliegenden Höfe: Badelachen, Heiligenroda, Niederndorf,
Schwenge, Thalhausen und Unterzella.
Im Dreißigjährigen Krieg hatte unser Raum sehr zu leiden. Das Hersfelder Salbuch von 1610
führt in Oberzella 19 Familien auf, 1639 wurden nur noch 10 Hausvorstände genannt.
In Folge des Krieges mussten 1816 einige Gebietsteile von Hessen-Kassel an Sachsen-
Weimar abgetreten werden. Darunter das Amt Vacha und der östliche Teil der ehemaligen
Vogtei Kreuzberg mit Oberzella und den umliegenden Höfen mit Ausnahme von Thalhausen.
Kirchlich blieb die Verbindung mit Philippsthal (ab 1680 hieß Kreuzberg durch die
Ansiedlung einer Seitenlinie des hessischen Landgrafenhauses Philippsthal) blieb aber
bestehen. Nach der politischen Teilung befand sich die Mutterkirche Philippsthal im
kurhessischen „Ausland“.
1895 kam Oberzella im Austausch mit den Röhrigshöfen zur Vachaer Superintendentur.
Mit der Versorgung durch Prediger war es im 19. Jahrhundert meist schlecht bestellt. So
wurde z.B. ab 1872 kein sonntäglicher Gottesdienst mehr gehalten.
Die erste kleine Fachwerkkirche von Oberzella (Seitenlänge nur ca. 7m x 5m) stand bei der
Einmündung der Lindenstraße in die Schulstraße. Mit ihrem Bau wurde 1718 begonnen und
zog sich wegen fehlender Mittel bis 1730 hin. Der Turm besaß ursprünglich nur eine Glocke.
Im Herbst 1843 wurden unter Zurückgabe der alten zwei neue Glocken für die Gemeinde
gekauft. In dem alten Kirchengebäude hielt am 3. Mai 1903 der Ortsgeistliche Diakonus
Gruber den letzten Gottesdienst. Am 27. Juli wurde die Kirche abgerissen.
Die neue Kirche wurde nördlich davon auf dem ehemaligen Friedhofsgelände errichtet.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 27. Mai.
Am 4. Adventssonntag, dem 20. Dezember 1903, fand die Neueinweihung statt.













