Evanglisch - Lutherische Kirchgemeinde Vacha und Oberzella
Pastorin Iris Brendler und Pfarrer Michael Brendler
Kirchplatz 6
36404 Vacha
Tel./Fax: (036962) 53450
E-Mail: ev.kirchgemeinde-vacha@t-online.de
Die Stadtkirche zu Vacha
Die Geschichte der Johanneskirche ist eng mit dem Werden der Stadt verknüpft. An der siedlungstopographisch günstigsten Stelle der Altstadt gelegen, war der Kirchbezirk einer der Ausgangspunkte der Ortsentwicklung.
Zusammen mit dem zu erschließenden Wirtschaftshof um die Kemenate (gegenüber der Kirche) haben wir hier die Keimzelle Vachas vor uns.
Der Kirchpatron St. Veit ist 1368 erstmals genannt. Die Verehrung des Heiligen ging seit der ersten Hälfte des 9. Jh. vom Kloster Corvey an der Weser aus. Vielleicht hielt Vitus, wie er in Vacha genannt wird, auch erst in einem gotischen Neubau der Kirche nach 1300 hier Einzug.
Die hervorragende topographische Lage wie die Stellung als Mutterkirche lassen damit durchaus an ein höheres Alter denken. Die Entstehung der Pfarrorganisation setzte in unserem Raum jedenfalls spätestens mit der Gründung der Klöster Fulda und Hersfeld im 8.Jh. ein.
Im Jahr 1172 ist mit Berthold Übelacker erstmals ein Pfarrer bezeugt. Mit der Herausbildung der Stadt im 12. Jh. wurde auch die Kirche erweitert. Die romanischen Kapitelle des Turmportals deuten im Vergleich mit jenen des Wartburgpalast auf eine Entstehung um 1180. Nach unsicherer chronikalischer Überlieferung soll der gotische Kirchbau 1306 begonnen hoben. Fertiggestellt wurde der Turmaufsatz sowie der Chor. Das Langhaus blieb unvollendet.
In Jahr 1282 ordnete der Fuldder Abt die Verlegung des Stiftes Großburschla nach Vacha, Pfarrkirche und Hospital sollten dem Stift inkorporiert werden; dieser wie ein zweiter Versuch 1365 scheiterten aber, Sei dem Stadtbrand 1467 wurde auch die Kirche verwüstet. Die Wiederherstellung erfolgte bis 1497, jedenfalls ist in diesem Jahr vom Gießen der Glocken die Rede. Die Fachwerkkonstruktion der Turmspitze deutet ebenfalls auf das ausgehende Mittelalter. Vor der Einführung der Reformation besaß die Kirche 7 Altäre. Neben dem Vitus-, sind noch der Marien,- der Pantaleons-, der Nikolaus-, der Katharinen-, der Sebastian und ein namentlich unbekannter Altar überliefert. Maßgeblichen Anteil an der Etablierung der neuen Lehre hatte der bekannte Vachaer Theologe Georg Witzel, welcher als Vikar ab 1823 in diesem Sinne predigte. Der erste evangelische Pfarrer war Georg Ruppel. Die älteste Stadtansicht von Dillich 1592 zeigt die Vituskirche mit spitzem Turm, kleinen Langhaus und hohen Chor. Daneben das Pfarrhaus mit Treppengiebel. Stadt und Kirche hatten in den folgenden Jahrhunderten viel unter Kriegseinwirkungen zu leiden.
Der Dreißigjährige Krieg bedeutete den allgemeinen Niedergang. 1760 im Siebenjährigen Krieg schossen die Franzosen vom Siechenberg auf Kirche und Pfarrhaus und beschädigten beide. Unter Napoleon war die Vituskirche Magazin, Pferdestall und schließlich Lazarett, 1814 wird die stark beschädigte Stadtkirche repariert.
Wegen Baufälligkeit der Vituskirche findet der Gottesdienst ab 1818 in der Klosterkirche statt. 1820 erfolgt der Abriss der Kirche mit Ausnahme des Turmes. 24. Juni 1821, Grundsteinlegung der neuen Kirche, 3.September 1824, Einweihung als Johanneskirche durch General-Superintendent Dr. Nebe aus Eisenach. 24. Juni 1831, Einweihung der neuen Orgel, welche von I.M. Holland aus Schmiedefeld erbaut wurde.
Im Jahr 1892 erfolgte eine romantische Ausmalung der Kirche, welche man bei der denkmalpflegerischen Erneuerung 1968 wieder entfernte. 1962 entstand unter der östlichen Empore ein beheizbarer Gemeinderaum.
1996 schied der letzte Superintendent aus dem Amt.
1998 / 99 waren umfangreiche Sanierungsarbeiten an Kirchturm und Pfarrhaus notwendig. Seit 2000 wird das Kirchenschiff ( Dach und Innenraum ) renoviert. Die 4 Glocken des Kirchturms: Die kleinste und älteste, die Taufglocke von 1468. Die größte, die Gloria von 1753. Die Gebets- und die Friedensglocke, beide 1948. In der Sakristei befinden sich die Grabdenkmäler von Kaspar von Widemarkter (1566-1621) und seiner Frau Viktoria (1578-1635).












