Evanglisch - Lutherische Kirchgemeinde Schweina
mit Witzelroda und Gräfen-Nitzendorf
Pfarramt Schweina
Pfarrer Norbert Endter
Pfarrgasse 7
36448 Schweina
Telefon und Fax 036961/ 72946
E-Mail: Kirche.schweina@live.de
Herzlich Willkommen!
Pfarrer Norbert Endter
Aus der Historie der St. Laurentius-Kirche zu Schweina
Durch den Missionar BONIFATIUS wurde zu Beginn des 8. Jahrhunderts in
unserem thüringisch fränkischen Raum das Evangelium von Jesus Christus zum
ersten Mal verkündet. In Ohrdruf und Fulda gründete er Klöster und in seinem
Auftrag wurden am Altenstein und am Glasbach kleine Kapellen errichtet. Daher
heißt ein Felsen nahe dem Schloß Altenstein "Bonifatiusfelsen".
Später wurde unterhalb des Altenstein eine Kapelle der Heiligen KATHARINA
geweiht, und auf dem Antoniusberg stand von 1183 bis ins 15. Jahrhundert eine
Kapelle, die dem Heiligen der Viehhirten, dem heiligen ANTONIUS, geweiht war.
Die Gemeinde wurde damals von Mönchen aus dem Kloster Frauenbreitungen betreut.
Aber vermutlich schon im 14. Jahrhundert bekam Schweina einen eigenen
Pfarrer.
Im Jahre 1513 wurde der Grundstein zu unserer jetzigen Kirche gelegt.
Sie hatte einen anderen Turm als heute. Er war viereckig mit beschiefertem Helm
und wies an jeder Ecke noch ein kleines Ecktürmchen auf, wie dies heute noch an
der Kirche zu Schwallungen zu sehen ist. Das war für jedermann das Zeichen, daß
die Gemeinde über eine eigene Gerichtsbarkeit verfügte.
Im Dreißigjährigen Krieg, am 17.12.1634 wurde dieser Turm mit dem
Altarraum zerstört. Es blieben bei dem Brand vermutlich nur die
Umfassungsmauern des Kirchenschiffes stehen. Mit ihrem damaligenPfarrer
Johannes Hattenbach war die Gemeinde in Richtung Steinbacher Flur geflohen.
Dort gibt es noch heute eine Ortsbezeichnung "Hattenbachsfeld". Im
Aufgang zum Herzogsstand sehen wir ein lebensgroßes Bild des Pfarrers, der sich
um Schweina im 30-jährigen Krieg sehr verdient gemacht hat. Ein Jahr später
begannen unsere Vorfahren mit dem Wiederaufbau der zerstörten Kirche, der in
Etappen ausgeführt wurde. 1652/53 wurde der Altarraum und der Turm durch
Meister Andreas Kiesewetter erneuert. Im Jahr 1666 erhielt die Kirche eine neue
Orgel. Sie stand vermutlich auf der Empore über dem Altar bzw. über der alten
Sakristei, die hinter dem Altar eingerichtet war.
Im folgenden Jahr 1667 wurden neue Glocken angeschafft. Diese Glocken
existieren nicht mehr. Aber unsere heutige kleine Glocke an die auch der
Viertelstundenschlag geschlagen wird, wurde 1833 aus der Bronze einer dieser
alten Glocken gegossen. Sie brauchte darum im 2. Weltkrieg nicht abgeliefert zu
werden. 1668 stiftete die Ehefrau des Pfarrers Hattenbach das Kruzifix, das nun
in dem Triumphbogen hängt. Der Herren- oder auch Herzogstand genannt - wurde
1696 von den Brüdern Hans Ernst und Erhard Friedrich Hund von Wenkheim zum
Altenstein gestiftet. Die Jahreszahl steht im Wappen der Familie an der
Brüstung des Standes. Im Herzogstand hängen die Ölgemälde des letzten Ehepaares
Hund von Wenkheim aus dem Jahre 1722, die später kinderlos verstarben, und ein
Bild von 1580, das uns den damaligen Altenstein mit dem Weg nach dem Dorf
Schweina zeigt. Der Weiß’sche Stand wurde im vorigen Jahrhundert
eingebaut.
Im Jahre 1705 mußte die Kirche innen renoviert werden. In diesem
Zusammenhang baute man Emporen in die Kirche ein. Auch die Kanzel, die bis
dahin tiefer, direkt unter dem Triumphbogen gestanden hatte, wurde durch eine
neue ersetzt und an ihrem heutigen Standort errichtet. Der Schweinaer Henricus
Andreae ist der Schöpfer dieses Kunstwerkes.
Auf dem Schalldeckel der Kanzel steht ein Michael mit Waage und
Schwert, der nach Meinung von Experten noch aus der Kirche vor dem großen Brand
im 30-jährigen Krieg stammen könnte.
Den Orgelprospekt, den wir heute sehen, hat 1763 ein Holzschnitzer aus
Kaltennordheim geschnitzt. Die jetzige Orgel stammt von der Firma Strebel aus
Nürnberg und wurde 1908 eingebaut. Ebenfalls aus Bayern kommt die Kirchenuhr.
Seit 1883 zeigt dieses Münchner Erzeugnis den Schweinaern die Zeit an.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war eine erneute Renovierung erforderlich
geworden. Balken wurden am Dach ausgewechselt und die Brüstung der Emporen
erneuert. Diese waren vorher geländerartige Säulen, durch die bei schlechtem
Wetter der Schmutz der Männerstiefel auf die Bänke im Kirchenschiff fiel, auf
denen die Frauen saßen. Die Kirche erhielt einen völlig neuen Anstrich, und die
Holzausstattung wurde mit einer Intarsienmalerei im Braun-in-Braun-Ton
versehen. Dabei entstanden die Malereien, die wir jetzt wieder an den Kapitellen
der Säulen und am Weiß'schen Stand sehen. Unsere heutige Sakristei wurde im
Jahre 1893 an die Kirche angebaut. Zugleich konnten der Herrenstand und der
Kirchturm einen neuen Zugang sowie neue Treppen bekommen.
Am Ende des vorigen Jahrhunderts waren wieder viele Schäden aufgetreten,
so daß erneut an eine Renovierung gedacht werden mußte. Dabei wurde die
Holzmalerei übermalt, und es entstanden die Farbtöne, wie wir sie noch heute
sehen. Sie wurde 1927/23 durch den Malermeister R. Roth aufgefrischt. Im
Zusammenhang mit der Renovierung schnitzte 1900 der Meister Louis Blechschmidt
aus Schalkau den heutigen Altar und Taufstein, das Lesepult und die Kniebank.
Die Steinfließen, die den Altarraum heute noch zieren, sind ebenfalls in dieser
Zeit gelegt worden.
Herr Sebastian Reich (Firma August Reich Söhne) aus Schweina stiftete
1908 das schöne Weihnachtsfenster an der Südwand der Kirche. Es wurde von der
Mayer'sche Hof - Kunstanstalt zu München hergestellt. Anläßlich der jetzigen
Renovierung konnte es ausgebessert und neu verbleit werden, und außerdem wurde
es mit einem Schutzgitter versehen. Das neueste Kunstwerk in unserer Kirche ist
das Wandbild von Ludwig Tress. Es wurde 1958 gemalt und zeigt den Heiligen
LAURENTIUS, dem unsere Kirche geweiht ist. Gegen Ende der Amtszeit unseres, im
Jahre 1989 viel zu früh verstorbenen Pfarrers, Hermann Willer zeigten sich an
verschiedenen Stellen des Mauerwerkes Schäden durch Salpeter und Feuchtigkeit.
Aus der am 6. Februar 1988 begonnenen Aktion des Abhackens von Putz in
Manneshöhe entwickelte sich durch den Eifer vieler Gemeindeglieder eine
vollständige Renovierung vom Fußboden bis zum Dach.
Die bis zu 40 verschiedenen Helfer mit insgesamt über 3000 Stunden,
manche davon waren fast jeden Sonnabend im Einsatz, und der gute Fortschritt
der Arbeiten haben unsere Gemeinde wieder enger zusammengeführt. Die gebrachten
Eigenleistungen und die Spenden der Gemeindeglieder und Freunde unserer Kirche
in Höhe von gegenwärtig über 28 TM sowie die Zuwendungen von Staat und Kirche
machen unsere Gemeinde annähernd schuldenfrei.
Mit der Wende in unserem Lande hatte unsere renovierte Kirche ihre wohl
bisher größte Bewährungsprobe zu bestehen. Von November bis in den März hinein
hielten wir wöchentliche Friedensgebete. Solange diese Kirche steht, haben sich
vermutlich noch nie so viele Menschen in ihr versammelt wie in diesen Monaten.
Im Winter 2007 / 2008 wurde im Kirchendach ein ausgedehnter
Hausschwammbefall entdeckt. Architekt Matthias Rüttinger aus Schweina erstellte
ein Sanierungskonzept. Fördermittel wurden beantragt bei der Landeskirche,
Lottomittel, Denkmalpflege. Die politische Gemeinde Schweina beantragte Mittel
über die Städtebauförderung. Die Kirchgemeinde brachte ihren Eigenanteil.
Spenden aus dem Dorf wurden erbeten und gegeben. So konnte im Herbst 2009 das gesamte
Kirchendach erneuert werden. Holzteile aus der Dachkonstruktion wurden
repariert, das Dach neu eingedeckt. Die Bauarbeiten kosteten rund 100.000,00 €.
Dank der guten Förderung bleibt die Kirchgemeinde schuldenfrei.
Wir würden uns freuen, Sie in unserer Kirche als Gast begrüßen zu dürfen.












