Evanglisch - Lutherische Kirchgemeinde Pferdsdorf
Pfarramt Pferdsdorf für die evangelisch-lutherischen Kirchgemeinden
Pferdsdorf/Rhön und Unterbreizbach mit Ortsteil Räsa
Pfarrgasse 4
36414 Pferdsdorf/ Rhön
Tel./ Fax.: 036962/25919
Pferdsdorf, ein sehr altes Bauerndorf an der ehemaligen Grenze der DDR bei Vacha an der Ulster gelegen, besitzt eine evangelische Kirche. Jedoch hat auch hier die Kaliindustrie ihre Spuren im positiven wie auch im negativen Sinne hinterlassen. An der Ostseite liegt der Kirchturm. Die Formen des unteren, aus Stein erbauten Hauptteils, deuten auf die Zeit um 1600. Ebenso der halbrund gewölbte Triumphbogen.
Der Raum im Inneren des Turmes dient als Altarraum und hat eine flache Balkendecke. Aus Holz ist das Obergeschoß des Turmes. Erst 1857 errichtet und ebenfalls viereckig. Darauf steht eine achtseitige Pyramidenspitze.
Der kunstlose Hauptraum der Kirche stammt aus dem Jahre 1743, die Zahl steht auf einem Eckpfosten der oberen Empore. Der Raum hat zweigeschossige Emporen von einfachster Form und eine im Korbbogen gewölbte Bretterdecke. Am Südpfeiler des Triumphbogens befindet sich die Kanzel. Sie steht auf dem ehemaligen runden Taufstein der Kirche, der zu diesem Zweck umgekehrt aufgestellt ist. Die Kanzelbrüstung aus Holz hat schlichte Formen, die auf die Zeit um 1700 deuten.
1967 wurde die Kirche innen renoviert und 1968 der Turm erneuert.
Er erhielt 1991 eine neue funkgesteuerte Uhr. Der Altar ist aus Stein und steht im unteren Geschoss des Turmes.
Auf der Platte ist zu lesen: Anno Domini 1634, und ebenso sehr schwach "1934".
Gotische und romanische Bauelemente der Kirche weisen auf ein sehr hohes Alter mancher Gebäudeteile hin. Sie trägt den Namen "Marienkirche".
1999/2000 wurde die Sakristei neu aufgebaut, 2000 ebenfalls die Läuteanlage erneuert. 2002 wurde das Kirchendach neu gedeckt. Die Erneuerung der Kirchenfenster, die Sanierung der Orgel und der Einbau einer Heizung sind in der nächsten Zeit vorgesehen.
Der Pfarrhof
Der gesamt Hof mit Pfarrhaus, Scheune und Stall steht unter Denkmalschutz. Die Scheune, in die der Kirchengemeindesaal eingebaut ist, stammt aus dem Jahre 1713. Die anderen Gebäude sind jünger. Von den Pferdsdorfern wurden viele ehrenamtliche Stunden geleistet, um die Gebäude, die z.T. vom Verfall bedroht waren, wieder in einen guten Zustand zu versetzen. Die Kirchgemeinde ist nach wie vor auf Spenden angewiesen, um die kirchlichen Gebäude zu erhalten und die Erneuerungsarbeiten durchführen zu können.
Aus der Geschichte der Kirche zu Unterbreizbach
Im Jahre 1771 ist der Kirchenbau begonnen worden. Im Baubericht des damaligen Pfarrers Wiskemann aus dem alten Ständebuch können wir folgendes dazu lesen:
"Es ist die nunmehrige hiesige neue Kirche, und daneben alle Fahr- und Handdienste dabei selbsten bestritten, auch Bauholz aus ihrer Gemeindeverwaltung unentgeltlich hergegeben, ohne mindeste unglückliche Ereignis zur Ehre Gottes und Erbauung der Christen aufgebaut worden." Am 31. Oktober 1773 wurde das Einweihungsfest gehalten. Aus der alten Kirche, aus vorreformatorischen Zeit, stammt sicher noch der heutige Altar. Darauf deutet die Nische, die auf der Rückseite eingehauen ist. Diese Nische diente in katholischer Zeit als Aufbewahrungsort für die Reliquien des Heiligen, dem die Kirche geweiht war.
Aus alter Zeit stammt auch noch die Bronzeglocke, die Hans Ziegler 1473 in Erfurt gegossen hat. Um die Kirche herum lag der Gottesacker. Er ist 1841 außerhalb des Dorfes angelegt worden. 1842 wurde die Kirche erneuert. Im Baubericht aus dem Turmknopf können wir lesen: "Es wurd ein den gegenwärtigen Jahr 1842 von dem Ortsvorstande eine Reparatur des Turmes beschlossen und von dem Großherzoglichen Justiz-Amte zu Vacha dergestalt genehmigt, dass der Turm mit Schiefern gedeckt, die Helmstange erneuert, Fahne und Knopf abgenommen und ausgebessert werden sollte. Obgleich die Gemeinde wegen des Baues von zwei ganz neuen Wässerungen im Jahre 1841 und 1842 bedeutende Ausgaben bestreiten musste, so schritt man doch ungesäumt an dieses Werk..."
1889 wurde die Kirche noch einmal innen geweißt und im Jahre 1927 einer gründlichen Erneuerung unterzogen. Blau-Rot-Gelb sind als Grundfarben gewählt. Die Kirche gleicht sich so farblich den bunten Truhen der Zeit
um 1770 an, der Zeit der Erbauung. Die Kirche in Unterbreizbach wurde 1927 von dem jungen Kunstmaler Paul Birr mit Gemälden geschmückt. Sie sind an den Emporen als Oelgemälde zu sehen und stellen Szenen aus dem
Leben Jesu dar. Der Maler ist vom Expressionismus beeinflusst und hat u.a. Werke für das Haus Hainstein und die Georgenkirche in Eisenach geschaffen.
1966 wurden 3 neue Bronzeglocken angeschafft und feierlich geweiht. 1968 schloss sich die Erneuerung des Kirchturmes an und 1976 wurde die neue Orgel eingeweiht.
1994 mussten als Folgen des Gebirgsschlages, der sich 1989 ereignet hatte, Ausbesserungsarbeiten an der Kirche innen vorgenommen werden.
Außerdem bekam die Kirche außen einen neuen Anstrich und ebenso innen. Seit dem Jahre 2000 trägt sie den Namen "Christuskirche". Er wurde ihr aus Anlass ihres 225-jährigen Jubiläums verliehen. Vorher hatte sie keinen Namen. 2001 wurden neue Bänke und Dielen für die erste Empore angeschafft. 2003 wurden auch die Bänke im Kirchenschiff erneuert.
Die Kirchgemeinde ist nach wie vor auf Spenden angewiesen, um die kirchlichen Gebäude zu erhalten und die Erneuerungsarbeiten durchführen zu können.











