Evanglisch - Lutherische Kirchgemeinde Frankenheim / Rhön
Pfarrer Alfred Spekker
Reichenhäuser Str. 6
98634 Frankenheim / Rhön
Tel.: (036946) 32104 oder 29529
Fax: 036946/32104
email: pfarramt-frankenheim@t-online.de
Herzlich willkommen in unserer Kirche!
Peter- und Paul-Kirche Frankenheim/Rhön
Liebe Besucher unserer Kirche!
Sie haben den Weg in die Peter- und Paul-Kirche zu Frankenheim gefunden
– sei es als Wanderer und Gast in der wunderschönen Rhön
– sei es als ständiger oder gelegentlicher Teilnehmer an unseren Gottesdiensten.
Unsere Kirche will ein Ort der Geborgenheit sein.
Wir laden ein, Ruhe und Erholung zu finden,
wir laden ein zum stillen Gebet oder zur Einkehr.
Wir freuen uns, wenn Sie unsere Gottesdienste besuchen und gemeinsam mit uns Freude und Leid teilen.
Und dabei sind nicht nur wir Menschen Einladende.
Es ist vielmehr Gott selbst, der uns zu sich einlädt.
Gott lädt ein zum Gebet, zur Stille, zum Gottesdienst –
Gott lädt ein zum Leben und zum Glauben.
Eine Kirche ist so vielmehr als ein historisches Gebäude,
sie ist ein Zeichen für den einladenden Gott.
Ich freue mich, wenn Sie in unserer Kirche ein Raum der Geborgenheit finden.
Dieser kleine Kirchen- und Gemeindeführer will Ihnen helfen,
damit Sie entdecken, was auch noch hinter dem Sichtbaren steckt.
Wir freuen uns, wenn wir Sie wieder bei uns begrüßen dürfen
Sollten Sie ein persönliches Gespräch wünschen, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung (Pfarramt im Pfarrhaus, Reichenhäuser Str. 6 oder Tel. 036946/32104 oder 29529).
E-mail: pfarramt-frankenheim@t-online.de
Alfred Spekker, Pfarrer in Frankenheim und Birx
Die Peter- und Paul-Kirche zu Frankenheim in der Rhön
Es gab vor diesem Kirchenbau schon ältere Kirchen in Frankenheim, liegt dieser Ort doch an einem alten Pilgerweg.
Im Jahre 1711 war in Frankenheim eine Holzkirche erbaut worden, die lange Zeit als Pfarrkirche diente. Sie stand auf dem Grundstück an der heutigen Karolinenstrasse, genau dort findet man noch heute das Karolinenheim.
Um diese Holzkirche herum war im 18. und 19. Jahrhundert auch der Friedhof der Gemeinde Frankenheim.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war diese Holzkirche baufällig geworden. Von der Großherzoglichen Polizeibehörde wurde 1883 die Kirche gesperrt, weil es zu gefährlich erschien, dort weiterhin Gottesdienste abzuhalten. 1884 wurde diese Holzkirche eingelegt.
Für die seit jeher arme Gemeinde Frankenheim war es ein fast unlösbares Problem, eine neue Kirche zu errichten.
Der damalige Pfarrer Dr. Adolf Wuttig, auch Notwender Frankenheims genannt, wurde an vielen Stellen vorstellig und konnte schließlich das Geld für einen Neubau zusammentragen.
Maßgeblich war dabei eine Stiftung in Höhe von 40.000 Mark durch die Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach.
So nahm man am 16. Juli 1885 den Bau der heutigen Kirche in Angriff.
Die Kirche ist aus Sandstein erbaut. Unvorstellbar groß müssen die Anstrengungen zum Bau in der damaligen Zeit gewesen sein. Das Baumaterial wurde mit Ochsengespannen von Bahnhof Kaltennordheim herangebracht, für den Bau des Turmes wurden Rampen gebaut, um die schweren und großen Steine auf die Bauhöhe zu transportieren.
Das Kirchengrundstück war ein von der Gemeinde zur Verfügung gestelltes Sumpfgrundstück. Die Kirche ist daher auf Eichenpfählen gegründet.
Der Bau ging zügig voran, bereits am 4. November 1886 konnte ein großes Einweihungsfest gefeiert werden. Die Kirchgemeinde Frankenheim verfügt seitdem über eine sehr große Kirche, die durch ihren massiven, neugotischen, Baustil besonders eindrucksvoll wirkt.
Sie ist bis heute Wahrzeichen des Ortes Frankenheim, der mit einer Höhe von 754m ü. NN der höchstgelegene Ort der Rhön ist.
Das Inventar
Das Inventar der Kirche stammt aus ganz unterschiedlichen Epochen.
Die Orgel wurde erbaut im Jahre 1888 durch die Orgelbaufirma Wilhelm Hey aus Sondheim. Es war die 12. Orgel, welche die heute noch bekannte Orgelbaufirma erbaute.
Es handelt sich um eine mechanische Schleifladenorgel mit 8 Manual- und 2 Pedalregistern, die einen neugotischen Prospekt mit stummen Pfeifen trägt.
Die Größe der Orgel ist beachtlich: Breite: 2,71m, Tiefe 1,10m und Höhe 4,50m.
Die Orgel ist heute bedingt spielbar, aber schon seit vielen Jahren auch dringend sanierungsbedürftig. Leider fehlt bisher das Geld.
Kanzel und Lesepult sind unbekannten Datums. Sie sind aus Holz gearbeitet und mit Schnitzelementen versehen.
Beide haben eine achteckige Grundform, die Höhe der Kanzel beträgt ca. 2,50m.
Das Alter des Taufsteins ist bekannt, er stammt aus dem Jahr 1913.
Er ist aus Naturstein gefertigt und ist passend zur Kanzel ebenfalls achteckig gearbeitet.
Der Taufstein hat ein immens hohes Gewicht. Er trägt bemalte Verzierungen und ist teilvergoldet. Der hölzerne Deckel ist vorhanden, aber nicht ständig aufgesetzt.
Neueren Datums ist der Altar, der gemeinsam mit einem Kreuz und passenden Leuchtern ein Ensemble im Chorraum der Kirche bildet.
Alle Teile stammen aus den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts und sind damals an die Stelle eines älteren Altars getreten.
Besonders das mittig hinter dem Altar platzierte Kreuz ist schön gearbeitet, das Kupferblech ist mit Emailleelementen verziert.
Im Turm der Kirche findet sich das (nicht zugängliche) Geläut und eine elektrische Turmuhr.
Die Glocken sind seit dem Bau der Kirche in Betrieb, seit einigen Jahren werden sie von einer elektrischen Läuteanlage angetrieben.
Die Daten der Glocken:
Glocke 1: Durchmesser 86 cm, Gewicht ca. 380 kg,
Inschrift: „Bochumer Verein, Gussstahlfabrik“ - „Dieses Geläut ward der Kirche zu Frankenheim geschenkt von Frau Rosine Eckardt geb. Becker aus Naumburg/Saale, 1886“ – „Ehre sei Gott in der Höhe“
Glocke 2: Durchmesser 72 cm, Gewicht ca. 220 kg,
Inschrift: „Bochum 1886“ – „Friede auf Erden“
Glocke 3: Durchmesser 60 cm, Gewicht ca. 132 kg,
Inschrift: „Bochumer Verein, Gussstahlfabrik“ – „Und den Menschen ein Wohlgefallen“.
Die Fenster der Kirche sind Bleiglasfenster. Im oberen Bereich wurden die Seitenfenster in den 90er Jahren erneuert, die übrigen sind ebenfalls renovierungsbedürftig. Bemerkenswert sind die Chorfenster mit den Rosetten der Namenspatrone Petrus und Paulus sowie der Christusdarstellung im mittleren Fenster.
Der Gesamtzustand der Kirche ist insoweit bedenklich, dass es bedingt durch die raue Witterung in Frankenheim immer wieder Schäden gibt, die kaum zu beheben sind. Viele Putzschäden vor allem im Bereich der Empore weisen darauf hin, dass der Sandstein viel Feuchtigkeit aufnimmt. Eine laufende Sanierung wird auch hier notwendig sein und soll in den nächsten Jahren in Angriff genommen werden.
Die Kirchgemeinde Frankenheim
Die Peter- und Paul-Kirche zu Frankenheim ist Pfarrkirche der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Frankenheim und wird zu sonntäglichen Gottesdiensten und vielen Amtshandlungen benutzt. Auf diese Weise herrscht in den alten Mauern Leben. Der Bau aus „lebendigen Steinen“ ist dabei mindestens genauso wichtig wie die Kirche als Bau an sich.
Geschichte der Kirchgemeinde Frankenheim
Am 07.10.1866 wurde die Pfarrei Frankenheim gegründet. Vorher waren Frankenheim und Birx Tochtergemeinden von Oberweid.
Pfarrer Wuttig, 2. Pfarrer von Frankenheim machte sich tapferen Mutes, mit ernstem Willen und Vertrauen an die schwierige und vielseitige Aufgabe. Die Gemeinden Birx und Frankenheim waren evangelisch und lagen im äußersten Zipfel des Weimarlandes. Im Jahre 1866 waren sie preußisch geworden. In dieser ringsherum streng katholischen Umgebung legte Pfarrer Wuttig doppelten Wert auf Ansehen und Reinheit der evangelischen Kirche und ihres Bekenntnisses. Große Unterstützung fand er bei seinen Amtsbrüdern in der näheren Nachbarschaft: Oberweid, Kaltensundheim, Kaltenwestheim und sogar aus Stetten, Sondheim und Ostheim.
Kirche in der DDR-Zeit
Das Verhältnis Schule-Kirche ist in den sechziger Jahren und Anfang der siebziger Jahre denkbar schlecht gewesen. Es wurde Druck auf die Kinder, die den kirchlichen Unterricht besuchten, ausgeübt. Man versuchte, die Eltern zu beeinflussen, ihre Kinder aus der Christenlehre zu nehmen.
Erst eine Beschwerde der Eltern an höherer Stelle und eine eindringliche Klärung zwischen staatlichen und kirchlichen Stellen mit Hinweis auf verfassungsmäßig garantierte Rechte , klärte das Verhältnis. In der Folgezeit entspannte sich dieses, wenn es auch noch nicht frei von Verstimmungen war.
Seit der Wende 1989 und der Wiedervereinigung Deutschlands genießt auch die Kirche eine größere Freiheit. Die Grenzsituation hatte Einfluss auf die Kirchgemeinde Frankenheim.
Noch heute verweist eine kleine Ausstellung im rechten Seitenschiff der Kirche auf die leidvollen Ereignisse dieser Zeit.
Oberhalb der Kirche wurde 1999 zum zehnten Jahrestag der Grenzöffnung im Rahmen einer traditionellen ökumenischen Veranstaltung mit der katholischen Nachbargemeinde Leubach ein Baum gepflanzt. Er möge wachsen wie die Einheit wachsen möge.
Heute begreifen wir die Lage Frankenheims als Chance zur gemeinsamen Arbeit und pflegen sie z. B. mit einem gemeinsamen Chor.
Die Filialgemeinde Birx
Zur Pfarrstelle Frankenheim gehört die ca. 2 km entfernte Filialgemeinde Birx. Birx hat weniger als 200 Einwohner, von denen mehr als zwei Drittel der evangelischen Kirche angehören.
In Birx beginnt der nach Herrmannsfeld führende Friedensweg. Die Martin-Luther-Kirche in Birx ist somit die erste Kirche an diesem beliebten und geschichtsträchtigen Wanderweg.
Ein Besuch der kleinen Kirche in Birx lohnt sich. Sie wurde 1870 erbaut und ist Wahrzeichen des kleinen Ortes. In den letzten Jahren konnte die Kirche vollständig renoviert werden und bietet außen wie innen einen wunderschönen Anblick.
Auch hier laden offene Türen zum Verweilen und zur Besinnung herzlich ein.
Die Pfarrer der Pfarrstelle Frankenheim
1866 – 1876 Pfr. Traugott Hunnius
1877 – 1890 Pfr. Dr. Adolf Wuttig
( dieser Pfarrer hatte für Frankenheim eine weitreichende Bedeutung. Er rief die erste Darlehenskasse in Frankenheim ins Leben, seine Sorge galt der großen sozialen Not in Frankenheim. Heute erinnert eine Gedenktafel am Pfarrhaus und eine Gedenkecke im Karolinenheim an den „Notwender Frankenheims“
1891 – 1934 Pfr. Otto Schultz
1934 – 1950 Pfr. Alexander Kohlstock
1950 – 1960 Pfr. Daniel Pasche
1960 – 1974 Pfr. Günter Stammberger
(heute im Ruhestand in Hildburghausen)
1974 – 1988 Pfr. Christfried Boelter
(heute Friedrichroda, Stift Reinhardsbrunn)
1989 – 1994 Pfr. Kurt Neumann
(verstorben in Frankenheim)
1995 – 2001 Pfr. Hans-Christof Rösner
(heute in Jeetze)
seit 2001 Pfr. Alfred Spekker
Die Kirchgemeinde Frankenheim heute
Die Kirchgemeinde Frankenheim hat zur Zeit ca. 600 Mitglieder, dies entspricht einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von ca. 50%.
Im Mittelpunkt der Gemeinde steht das gottesdienstliche Leben in verschiedenen Formen. Gottesdienste für jung und alt und zu verschiedenen Anlässen lassen die Gemeinde lebendig werden.
Kennzeichen der Gemeinde ist der große Zusammenhalt, der dem Leben in Frankenheim entspricht. Immer finden sich Hilfsbereite, die mit anpacken. Nur so können wir z.B. auch dafür sorgen, dass unsere Kirche täglich für Besucher geöffnet ist. Der ehrenamtliche Kirchendienst des Gemeindekirchenrates kümmert sich darum und bietet Ihnen so die Möglichkeit, in unserer Kirche einen Moment der Ruhe und Erholung zu finden, Ihnen aber auch die Chance zu Andacht und stillem Gebet zu geben.
Neben der Kirche hat die Kirchgemeinde zwei weitere Gebäude in sehr unterschiedlichem Zustand.
Das Karolinenheim
Das Karolinenheim geht zurück auf eine Stiftung des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. Es trägt den Namen der ersten Gattin des Großherzogs, die Karoline hieß.
Das Gebäude wurde auf Betreiben des damaligen Pfarrers Otto Schultz 1907 erbaut und diente in seiner wechselvollen Geschichte als Vereinhaus, Haus der Kirche, Schule, Friseurgeschäft usw..
In den letzten Jahren wurde das Karolinenheim saniert und mit einem Anbau versehen.
Es ist Sitz des Frankenheimer Karolinenheimvereins e.V, eines Vereins, der sich dem Erhalt des Hauses und der örtlichen Kultur verschrieben hat.
Dazu gehören Büroräume, eine Bibliothek und das sehenswerte Heimatmuseum, das täglich nach Absprache besichtigt werden kann.
Ein geräumiger Saal bietet beste Möglichkeiten für die Gemeindegruppen.
Sie finden das Karolinenheim in der Karolinenstr. 7.
Das Pfarrhaus
Das Pfarrhaus wurde im Zuge der Gründung der Pfarrei Frankenheim in den Jahren 1865/66 erbaut und bot für damalige Frankenheimer Verhältnisse eine komfortable Unterkunft für die Pfarrfamilie.
Nach einer langen und kostenintensiven Sanierung bietet das Haus der Pfarrfamilie und der Gemeinde nun wieder ein gutes Zuhause.
Das Pfarrhaus liegt an der Reichenhäuser Str. 6, etwas versteckt unter hohen Bäumen umgeben von einer mittlerweile wieder sehr schönen Gartenanlage.
Eine Gedenktafel am Pfarrhaus erinnert an den zweiten Pfarrer Frankenheims, Dr. Adolf Wuttig.
Im Pfarrhaus findet sich ebenfalls ein kleiner Gruppenraum, in dem sich Gemeindegruppen versammeln.
Weiterhin ist hier ein neu erstelltes und bestens geordnetes Archiv untergebracht, das über die ältere und neuere Geschichte des „Eisenacher Oberlandes“ viel Wissenswertes enthält.
Wissenswertes
Seit einigen Jahren ist das Pfarrarchiv des Pfarramtes neu geordnet und bietet hervorragende Möglichkeiten für heimatgeschichtliche Forschungen und natürlich auch für Ahnenforschungen! Ihre Wünsche nach Ahnenforschung erfüllen wir gern nach unseren Möglichkeiten. Bitte nutzen Sie unsere Mailadresse: pfarramt-frankenheim@t-online.de













