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Leitbild der Superintendentur Bad Salzungen/Dermbach
Unsere Grundlage ist das Evangelium von Jesus Christus,
wie es in der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments gegeben
und in den Bekenntnisschriften der Evangelisch-lutherischen Kirche bezeugt ist.
1. Wo wir herkommen
Unsere Grundlage ist das Evangelium von Jesus Christus. Unsere Gemeinden sind lutherisch geprägt.
Volkskirchliche Vergangenheit und Ortsbindung bestimmen unser Kirchenverständnis. Der gelebte Materialismus hat starke Veränderungen bewirkt.
• Lutherisches Profil, Gottesdienst und Liturgie, Christenlehre und Konfirmandenunterricht haben unsere Gemeinden geprägt. Traditionen und Bräuche sind wichtig.
• In den drei ehemals getrennten Superintendenturen gibt es unterschiedliche Prägungen und Entwicklungen. Allen gemeinsam ist: Wir sind weniger geworden, wir haben viele Menschen verloren.
• Die Kirche ist vielen wichtig. Man fühlt sich hier „zu Hause“. Die starke Ortsbindung kann aber auch zu „Kirchturmdenken“ führen. Das kirchliche Leben ist vielfach auf den Pfarrer zentriert, das geistliche Ehrenamt ist wenig ausgeprägt.
• Die evangelische Kirche steht im Gegenüber zur katholischen Kirche.
2. Wer wir heute sind
Das Gemeindeleben entfaltet sich in den Gottesdiensten, in den Sakramenten sowie in der Begegnung in Gemeindekreisen und in diakonischer Arbeit. Viele Gemeindeglieder sind jedoch nicht mehr aktiv bei der Bewahrung und Verbreitung des Glaubens. Erschwerend kommt hinzu: Für die Gemeinden werden Wegzüge und die weiten Wege zur Arbeit zum Problem, Lebensläufe sind nur noch schwer planbar.
• Der Glaube wird zu wenig nach außen vermittelt, wir reden zu wenig über unseren Glauben. Die Liturgie ist vielen fremd geworden.
• Die Aktiven sind überlastet. Viele erwarten den Pfarrer und keinen ehrenamtlichen Mitarbeiter. Trotzdem gibt es ein Engagement für Kirche. Es gibt Ansätze, das Ehrenamt zu entwickeln.
• Der Alltag wird von wirtschaftlichen Gesichtspunkten dominiert, z.B. bleibt Pendlern wenig Zeit für Kirche. Es gibt zunehmend soziale Probleme. Die Kirche beginnt langsam, diese wahrzunehmen.
• Kirche stiftet Identität für den Ort (Bodenständigkeit). Es entwickelt sich ein stärkeres Selbstbewusstsein von Kirche. Dabei spielt die Institution Kirche eine größere Rolle als Glaubensinhalte.
3. Unser besonderes Profil
Wir sind evangelische Gemeinden mit lutherischem Bekenntnis. Schwerpunkte sind: Schriftgemäße Verkündigung, Verwaltung der Sakramente gemäß ihrer Einsetzung (wozu die Taufe von Kindern gehört), die christliche Unterweisung und das Priestertum aller Gläubigen verbunden mit dem lutherischen Amtsverständnis. In unseren Gemeinden leben alle Altersgruppen und sozialen Stände. Unsere besondere Zuwendung gehört den Bedürftigen und Schwachen.
• Glaube wird in unterschiedlichen Formen gelebt.
• Wir stehen für christliche Werte.
• Wir vertreten unseren Glauben im normalen Leben, an der Arbeit, in der Schule u.s.w.
4. Herausforderungen, denen wir gegenüber stehen
Wir müssen lernen, offen über unseren Glauben zu sprechen und den Glauben erkennbar zu leben. Es gilt, dass wir uns untereinander begleiten und stärken. Nur so können wir auch die Kirchenfernen erreichen und gewinnen. Dazu brauchen wir starke Ortsgemeinden. Daneben müssen wir eine sinnvolle Zusammenarbeit in der Region zu entwickeln.
• Kinder, Jugendliche und Familien sind uns besonders wichtig. Es darf keinen Stellenabbau auf Kosten der Kinder- und Jugendarbeit geben.
• Es gilt, offen zu sein für alle Menschen, für die Fremden, Unbeheimateten, „seltenen Gäste“ und Passiven.
• Ehrenamtliche müssen gewonnen und gepflegt werden.
• Kirche muss lernen, bei gesellschaftlichen Konflikten Stellung zu beziehen und präsent zu sein.
5. Was uns wichtig ist
Evangelium und lutherisches Bekenntnis sollen in allen Formen des Gemeindelebens zur Geltung kommen. Dabei gilt es, bewährte Traditionen zu bewahren und Neuem gegenüber aufgeschlossen zu sein. Unser evangelisch-lutherisches Profil soll nach innen und außen erkennbar werden. Im Vertrauen auf Gottes Gegenwart überwinden wir abwärtsorientiertes Denken. Zuversichtlich bauen wir mit an der Kirche Jesu Christi.
• Die Fülle des Lebens schöpfen wir aus dem Evangelium. Das soll uns helfen bei der Bewahrung und Stärkung des Glaubens.
• Wichtig sind uns volle Kirchen und dass Menschen getauft werden.
• Wir wollen das soziale Miteinander, Gerechtigkeit und Nächstenliebe leben.
• Gemeinden brauchen gutes und ausreichendes Personal.
• Die Zusammenarbeit zwischen katholischer und evangelischer Kirche ist uns wichtig.
6. Ziele und Ideen, die unsere zukünftige Ausrichtung bestimmen
Ziel ist es, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Die Gemeinden befassen sich mit dem evangelisch-lutherischen Profil und entfalten die Inhalte in allen Arbeitsbereichen. Wir leben unseren Glauben in der Vielfalt unserer Gemeinden. Wir fühlen und verstehen uns als Kirchenkreis und sind in der Öffentlichkeit erkennbar.
• Dazu gehören gute Gottesdienste, Pflege der Sakramente und die Seelsorge.
• Wir lernen, mit klarer Sprache über unseren Glauben zu reden, Menschen anzusprechen und alle einzuladen (Neue/Ferne/Zuzüge).
• Es ist wichtig, Aufgaben und Kompetenzen von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen zu klären und ihre Arbeit zu würdigen. Die Mitarbeit und Verbindlichkeit der Gemeindeglieder soll gefördert und gestärkt werden.
• Wir haben als Kirche einen Auftrag zu Bildung und Erziehung.
• Diakonische Arbeit gehört zum Wesen der Kirche.
10.01.2009










